Die Geschichte des Treppenlifts

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Die Geschichte des Treppenlifts – Die Entwicklung der ursprünglichen Version zu den Modellen dieser Zeit

EKönig Heinrich VIII (King Henry VIII)inen Treppenlift gibt es als Beförderungshilfsmittel zur Überwindung von Höhenunterschieden bereits sehr lange. Allerdings sind die ursprünglichen Konstruktionen zum Transport von Personen oder Lasten mit den derzeitigen Treppenliftversionen nicht zu vergleichen.

Der britische Historiker Dr. David Starkey fand aufgrund alter Aufzeichnungen heraus, dass die Erfindung des Treppenlifts offenbar bereits im 16. Jahrhundert erfolgte. Demnach soll sich König Heinrich VIII im Alter von 45 Jahren während eines Turnierkampfs Anfang des Jahres 1536 verletzt haben.
In Verbindung mit seinem stattlichen Körpergewicht führte die erlittene körperliche Behinderung an Treppen zu einem Fortbewegungsproblem.

Zur Mobilität auf ebenen Flächen standen ihm drei Rollstühle zur Verfügung. Um in die königlichen Gemächer auf den verschiedenen Ebenen im Whitehall Palast in London und in anderen Residenzen zu gelangen, wurde der Prototyp eines Treppenlifts gefertigt.
Dabei handelte es sich um einen mit einem Seilzug verbundenen Stuhl, auf dem König Heinrich VIII auf die nächste Ebene befördert wurde. Mit einem Block als Gegengewicht, wurde der Seilzug bei Bedarf von einem Untergebenen bedient. In den königlichen Aufzeichnungen wurde diese Vorrichtung mehrfach als „ein Stuhl der auf und ab geht“ beschrieben.

 

Erste Produktionen

Zu den ersten Herstellern von Treppenliften zählt der Niederländer Jan Hamer. Er eröffnete im Jahr 1886 in Amsterdam eine Liftfabrik. Drei Jahre später wurde das Unternehmen durch den hinzugekommenen Geschäftspartner Mulder in Jan Hamer & Co. umbenannt. Die produzierten Modelle waren schlichte Holzkonstruktionen, bei denen es ausschließlich auf die Funktionalität ankam. Komfortfragen spielten in dieser frühen Entwicklungsphase noch keine Rolle. Der Benutzer wurde auf einem mehr unbequemen und nicht besonders stabilen Holzstuhl über Treppenhindernisse befördert.

Aufgrund des Nutzens für zahlreiche Menschen mit Gehbehinderungen stieg die Nachfrage nach Treppenliftern immer stärker an. Krankheiten, Unfälle und Altersbeschwerden sorgten kontinuierlich für einen Bedarf an Treppenliften. Noch vor der Entstehung der industriellen Wohlstandsgesellschaft war jedoch der Lifterwerb für einen Großteil der Bevölkerung nicht möglich. Daher blieb ein Treppenliftkauf zu dieser Zeit nur Bessergestellten vorbehalten.

 

Der moderne Treppenschrägaufzug entstand im Jahr 1920 in Amerika

GOtis Aufzug 1890egen Ende des 19. Jahrhunderts veränderte weltweit der Aufzug als exklusive technische Errungenschaft die Gebäudeplanung. Dadurch konnten ab dieser Zeit Hochhäuser mit vielen Stockwerken gebaut werden. Ein zeitraubendes, anstrengendes Treppensteigen war nicht mehr erforderlich. Gemäß dieser in hohen Gebäuden verwendeten Aufzugtechnik wurde später auch der Treppenschrägaufzug weiterentwickelt. Im Jahr 1920 wurde der erste moderne Treppensitzlift in Pennsylvania hergestellt.

Dort baute der Ingenieur C.C. Crispen für seinen behinderten Freund einen Treppenlift, um dessen Mobilität zu verbessern. Er nannte diese Konstruktion „Inclinator“ (= diagonal fahrender Aufzug). Dieser erstmalig mit einem Antrieb ausgestattete Treppensitzlift wurde in der Folge in Amerika durch das gegründete Unternehmen "Inclinator Company" vertrieben. In erster Linie wurden damals an Poliomyelitis (Kinderlähmung) erkrankte Menschen mit den Treppenliften versorgt.

 

1962: Der erste europäische Sitzlift nach amerikanischem Vorbild

In den Niederlanden war die Firma Jan Hamer & Co inzwischen der landesweit größte Hersteller von Liften geworden. Aufgrund der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs hatte die Produktion von Liften und Aufzügen jedoch starke Rückgänge zu verzeichnen. Gerrit Pieter Mulder Junior wurde durch eine amerikanische Zeitung auf einen Treppenlift aufmerksam, der mit einem Sitz ausgestattet war. Dies nahm er zum Anlass, diese Technologie auch in seinem niederländischen Unternehmen einzuführen.

So wurde im Jahr 1962 der erste Sitzlift in Europa durch die Firma Jan Hamer & Co hergestellt. Steigende Verkaufszahlen aufgrund der neuen Treppenliftversion führten dazu, dass der Hauptsitz des Unternehmens von Amsterdam nach Heerhugowaard in den Niederlanden verlegt wurde. Dort befindet sich heute noch der Sitz des Fachunternehmens.

 

Technischer Fortschritt und steigende Nachfrage

Moderner Treppenlifter

In der Folge verbesserte sich zunehmend die Einkommensentwicklung der Bevölkerung in den westlichen Industriestaaten. Gemäß der demografischen Entwicklung wurde die Anzahl lebensälterer Menschen im gleichen Zeitraum immer größer.

Dies führte zu einer wachsenden Nachfrage nach Treppenliften. Außerdem führte innovative Technik zu einer Qualitätsverbesserung der Treppenlifter.

Die Nutzungsmöglichkeiten der hochwertigen Lifte wurden durch Fernbedienungen oder drehbare Sitzflächen einfacher und flexibler. Ebenso wurde die Komfortausstattung optimiert. Ultraleichte, bequem gepolsterte Stühle in farbenfrohen Design bereicherten das Angebot. Versierte Techniker sorgen durch eine regelmäßige Wartung für Kontinuität in der Sicherheit.

 

Der Treppensitzlift hielt auf dem deutschen Markt im Jahr 1977 Einzug

Die Firma Hiro Lift Hillenkötter + Ronsieck GmbH führte den Treppenlift in Deutschland ein. Das Unternehmen mit Sitz in Bielefeld produziert verschiedene Aufzugsanlagen für unterschiedliche Einsatzzwecke. Außerdem vertreibt das Fachunternehmen Fahrtreppen und Fahrsteige. Die Firma besteht seit 1897 und ist mit derzeit ungefähr 300 Mitarbeitern der deutschlandweit größte Hersteller von Treppenliften. Seit Anfang des Jahres 1977 spezialisierte sich das Unternehmen auf Seniorenaufzüge und Behindertenaufzüge sowie auf besondere Personenaufzüge für schwierige räumliche Gegebenheiten.

Derzeitige Treppenlift-Arten, Modelle und Ausstattungen

Als Maßnahme zur Mobilitätsverbesserung und Barrierefreiheit kann ein Treppenlift im Innen- und Außenbereich sowohl an geraden als auch an kurvigen Treppen verwendet werden. Ein mit einem Antriebsaggregat versehener Treppenschrägaufzug wird maßgerecht an vorhandenen Treppen eingebaut und ist in verschiedenen Arten erhältlich:

TreppenliftTreppensitzlift: Diese Treppenlifter sind mit einer festen oder hochklappbaren Sitzfläche ausgestattet. Für den Transportschutz sorgen Sicherheitsgurt, Fußstütze sowie Rücken- und Armlehnen. In der Regel wird dieser Treppenlifttyp von Menschen mit leichten bis mittelschweren Mobilitätseinschränkungen genutzt.

Mit diesem Treppenlift besteht grundsätzlich auch eine Transportmöglichkeit für Rollstuhlfahrer. Jedoch muss in diesen Fällen ein weiterer Rollstuhl auf der nächsten Etage breitgehalten werden. Der Nutzer muss sich von seinem Rollstuhl in den Treppenlift umsetzen! Rollstuhlnutzer bevorzugen daher eher eine komfortable und sichere Beförderung mit einem Plattformlift.

 

PlattformliftPlattformlift: Ein Plattformlift dient hauptsächlich zum Transport von Rollstuhlfahrern. Dazu ist eine ebene Plattform über kleine Rampen befahrbar.
Die Sicherheit wird während des Betriebs durch Klappschranken gewährleistet. Außerhalb der Betriebszeiten kann die Plattform hochgeklappt werden. Der Lift kann im Innen- und Außenbereich genutzt werden. Bei einer geplanten Verwendung im Innenbereich muss die vorhandene Treppe allerdings eine ausreichende Breite aufweisen!

 

 

Rollstuhl-HebebühneRollstuhl-Hebebühnen (auch Hublifte genannt): Durch diese im Innen- und Außenbereich verwendbare Liftart wird eine senkrechte Beförderung von Rollstühlen zur Überwindung von Höhenunterschieden ermöglicht. Damit können auch Lasten transportiert werden. Wenn die baulichen Gegebenheiten es zulassen, kann eine Rollstuhl-Hebebühne zur Überwindung mehrerer Etagen verhelfen, wenn ein Treppenschrägaufzug nicht möglich ist.
Diese Liftart kann auch dazu verwendet werden, einen barrierefreien Hauszugang zu schaffen. In Deutschland regeln verschiedene Normen die Sicherheitsanforderungen und Kennzeichnungspflicht für Treppenlifte. Darüber hinaus sind beim individuellen Einbau die jeweiligen Bauvorschriften zu beachten.

 

Die Gewährung von Zuschüssen und die Entwicklung des Treppenlift-Marktes in Deutschland

Ungefähr 2,8 Millionen Menschen sind in Deutschland mit zunehmender Tendenz pflegebedürftig. Die Versorgung der Pflegebedürftigen findet überwiegend in häuslicher Pflege statt. Zahlreiche Betroffene sind dabei in ihrer Mobilität beeinträchtigt. Zur Überwindung von Treppenhindernissen sind sie auf Hilfe angewiesen. Um sicher und eigenständig zur nächsten Wohnetage zu langen, stellt für sie ein passender Treppenlift die ideale Unterstützung dar.
Dies gilt auch für Menschen, die durch einen Unfall oder eine Erkrankung gehbehindert sind. Dieser Anspruch der uneingeschränkten Bewegungsfreiheit gilt auch für den öffentlichen Lebensbereich. Gewünschte Anlaufstellen sollten hindernisfrei und problemlos für möglichst alle Menschen erreichbar sein.

Rollstuhl vor einer TreppeDiese gesellschaftlich und politisch gewünschte Schaffung von Barrierefreiheit für behinderte Menschen hat zu gesetzgeberischen Maßnahmen geführt. Danach sollen Betroffene außer durch bauliche Maßnahmen insbesondere bei der Anschaffung eines Treppenlifts finanziell unterstützt werden.

Unter bestimmten Voraussetzungen können daher Zuschüsse der Pflegekassen, ergänzende staatliche Förderprogramme sowie steuerliche Ermäßigungen beansprucht werden. Die Pflegekasse zahlt auf Antrag einen Zuschuss bis zu 4000 Euro, wenn beim Betroffenen ein Pflegegrad vorliegt. Außerdem muss es sich bei der Anschaffung eines Treppenlifts um eine wohnumfeldverbessernde Maßnahme zur Förderung der häuslichen Pflege handeln. Für eine Bewilligung des Antrags ist es unerheblich, ob die Anschaffung des Lifts neu, gebraucht oder zur Miete erfolgen soll.

Außerdem können im Einzelfall je nach Ursache der Behinderung Ansprüche bei einer Unfallversicherung oder Berufsgenossenschaft geltend gemacht werden. Falls trotz dieser finanziellen Unterstützung die Anschaffung aufgrund fehlender Mittel im Einzelfall nicht möglich ist, kann das Sozialamt helfen. Wenn für einen behinderten Menschen die Notwendigkeit besteht, durch einen Lift seine Arbeitsstelle zu erreichen, können ebenfalls finanzielle Hilfen geleistet werden. Im Einzelfall kann hierfür die Bundesagentur für Arbeit, der Rentenversicherungsträger oder das Integrationsamt zuständig sein.

Aufgrund dieser Veränderungen ist die Nachfrage nach Treppenliften deutlich gestiegen. Eine innovative technische Entwicklung und eine höhere Produktzahl bei der Herstellung wirken sich auf die Höhe des Kaufpreises aus. Wettbewerbsbedingte Ermäßigungen der verschiedenen Anbieter ermöglichen einen zusätzlichen Spielraum zur Kostenreduzierung bei der Anschaffung eines Treppenlifters. Dadurch können sich im Gegensatz zu früheren Zeiten weitaus mehr Menschen einen Treppenlift leisten.
Ein wichtiger Schritt zur Gewährleistung von Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensfreude.

 

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