Deutsches Festnetz
phone 022 34 / 9449 525
Kostenlose Hotline
phone 0800 / 50 40 30 8
 

Orientierungswerte zur Einschätzung der Pflegezeiten

Orientierungswerte zur Einschätzung der Pflegezeiten

Dieser Ratgebereintrag richtet sich an Senioren und ihre Angehören, die eine pflegerische Unterstützung in Erwägung ziehen. Auf der Suche nach dem geeigneten Pflegedienst können Sie sich einen Überblick über die geltenden Pflegekriterien verschaffen und nachvollziehen, auf welchen Anhaltspunkten die Einschätzung der Pflegezeit beruht.

Die Kriterien des Pflegegutachtens

Um Dienstleistungen aus der Pflegeversicherung zu beziehen, ist ein Pflegegutachten erforderlich, das vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung, kurz MDK, zur Festlegung der Pflegebedürftigkeit erstellt wird. Für Privatversicherte ist die Medicproof GmbH zuständig. Das Pflegegutachten berücksichtigt in der persönlichen Einschätzung, dass die Versorgung des Patienten so lange wie möglich in häuslicher Umgebung stattfinden kann. Das Gutachten beruht auf festen Kriterien, die den zeitlichen Pflegeaufwand der Pflegegrade (ehem. Pflegestufen von 0 bis III) regelt.

Die bis 31.12.2016 geltenden Pflegestufen lauten:

  • Pflegestufe 0 – Leistungen auch ohne Pflegebedürftigkeit: Der geringste Zeitaufwand wird mit der Pflegestufe 0 bewertet und beträgt weniger als 90 Minuten Hilfestellung bei der pflegebedürftigen Person. Bis zu 45 Minuten davon wird für die Grundpflege berechnet. Unabhängig der Pflegestufe kann ein finanzieller Anspruch bei der Pflegeversicherung geltend gemacht werden, sofern der MDK die eingeschränkte Alltagskompetenz (PEA) diagnostiziert hat.
  • Pflegestufe I – Erhebliche Pflegebedürftigkeit: erhält, wer mindestens 90 Minuten Hilfe beansprucht, über 45 Minuten davon Grundpflege einberechnet.
  • Pflegestufe II – Schwerstpflegebedürftigkeit: beinhaltet mindestens 180 Minuten Zeitaufwand, mindestens 120 Minuten anteilige Grundpflege.
  • Pflegestufe III – Schwerstpflegebedürftigkeit: beansprucht mindestens 300 Minuten Pflegeleistung, wovon mindestens 270 Minuten für Grundpflege aufgewendet werden.

 

Seit dem 01.01.2017 gelten folgende Pflegegrade:

  • Pflegestufe 0 wurde zu Pflegegrad 1
  • Pflegestufe 1 wurde zu Pflegegrad 2
  • Pflegestufe 1 + eingeschränkte Alltagskompetenz wurde zu Pflegegrad 3
  • Pflegestufe 2 wurde zu Pflegegrad 3
  • Pflegestufe 2 + eingeschränkte Alltagskompetenz wurde zu pflegegrad 4
  • Pflegestufe 3 wurde zu Pflegegrad 4
  • Pflegestufe 3 + eingeschränkte Alltagskompetenz wurde zu Pflegegrad 5
  • Härtefall wurde zu Pflegegrad 5

 

Es ist anzuraten, dass Sie sich auf das MDK-Gutachten genau vorbereiten, da mit einem zu geringen Pflegegrad (ehem. Pflegestufe) eine beträchtliche Summe an Pflegegeld verloren gehen kann. Sollte das Pflegegutachten eine zu niedrig angesetzte Einstufung vornehmen oder wird der Pflegeantrag abgelehnt, können Sie Widerspruch einlegen. Innerhalb vier Wochen nach eingehendem Bescheid reichen Sie dazu einen formlosen Widerspruch bei der Pflegekasse ein.

Wie wird die Pflegebedürftigkeit festgestellt?

Ob ein Patient bedürftig ist, ergeht aus dem Sozialgesetzbuch SGB XI. Demnach werden Anträge berücksichtigt, die aufgrund von körperlichen, seelischen oder geistiger Erkrankung beziehungsweise Behinderung eingeschränkt sind und im Alltag dauerhafte oder die nächsten sechs Monate auf verstärkte und wiederkehrende Hilfestellung angewiesen sind. Eine Pflegebedürftigkeit ist auch dann zutreffend, wenn eine kürzere Lebenserwartung als sechs Monate zu erwarten ist. Die genannten Beeinträchtigungen werden auf gleicher Ebene behandelt.

Bei der Feststellung auf Pflegebedarf fließt der entscheidende Hilfebedarf mit ein. Entsprechend §14 Abs 4 SGB XI wird nach Art, Häufigkeit sowie zeitlichem Rahmen und Prognose entschieden. Diese Eckdaten ergeben sich aus:

  • dem persönlichen Grad der Beeinträchtigung, die sich durch Krankheit und Behinderung auf die Aktivität auswirkt
  • den persönlichen Ressourcen, was die Leistung aus eigener Kraft meint
  • den Lebensumständen wie soziales Umfeld und individuelle Wohnverhältnisse
  • der Pflegesituation, wie der personenabhängigen Lebensgewohnheit

Die Hilfsformen gliedern sich in die teilweise und vollständige Übernahme der erforderlichen Pflegeverrichtung sowie in die Anleitung und Beaufsichtigung. Bei all den Aspekten wird darauf geachtet, die Selbstständigkeit sowie Unabhängigkeit des Betroffenen weitgehendst zu erhalten und fördern.

Zuschuss

Das Recht auf monatliche Bezuschussung von 31 Euro bei Pflegehilfsmitteln ist im Sozialgesetz § 40 SGB XI im Rahmen der wohnumfeldverbessernden Maßnahmen geregelt. Der Anspruch gilt bei häuslicher Pflege oder im Rahmen einer Wohngemeinschaft und setzt eine Pflege von angehörigen Personen oder vom Pflegedienst voraus.

 

Gefällt Ihnen unser Internetauftritt, dann bewerten Sie Ihn hier:
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wertung 4.14/5 (81 Bewertungen)